Sonntag, Juli 18

Ist die Story Lance Armstrong tot?

Ja. Eine Obuktion nimmt Greg LeMond, dreifacher Gewinner der Tour de France, vor:

Die Ermittlungen in den USA nach Floyd Landis' Aussage setzen ihn wohl unter Druck. Es wird Zeit, dass er geht. Er und seine Leute waren meiner Meinung nach mit das Schlimmste, was dem Radsport passiert ist. Aber es ist schon verrückt, wie groß das Bestreben ist, seine Story am Leben zu erhalten.

Ist WM-Bronze zu 100% Löw?

Nein. Matthias Sammer sieht auch andere Erfolgsquellen:

Er hat der Mannschaft seine Handschrift verpasst und seine Vorstellungen vom attraktiven Fußball umgesetzt. Er profitierte natürlich auch von der Nachwuchsarbeit im DFB, den Leistungszentren und vor allem der hervorragenden Arbeit der Trainer in der Bundesliga. Der FC Bayern beispielsweise hat durch seine Entwicklung großen Anteil am WM-Erfolg.

Was haben FCB und HSV gemeinsam?

Beide Vereine sind in den Top 3 der größten Sportvereine Deutschlands und der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga vertreten. Beide Vereine sind noch nie aus der Bundesliga abgestiegen. Für beide Vereine spielte Franz Beckenbauer. Und beide Vereine stellten im FIFA World Cup Finale jeweils zwei Akteure. Seine beiden Niederländer schätzt Armin Veh so ein:

Joris Mathijsen ist ja schon lange eine feste Größe in der niederländischen Nationalmannschaft. Mir hat sehr imponiert, wie er im Finale gegen die starke spanische Offensive und vor allem David Villa gespielt hat. Bei Eljero Elia sollte man nicht vergessen, dass er ein junger Spieler ist und die Niederlande besonders in der Offensive über enorm starke Spieler verfügt. Dass er ebenfalls enormes Potenzial besitzt, hat er bei seinen Einsätzen durchaus gezeigt. Beide Spieler haben jetzt erstmal drei Wochen Urlaub und werden dann Anfang August wieder in Hamburg sein.

Samstag, Juli 17

Wer holte Ballack nach Leverkusen?

Bernd Schneider. D. h. dessen Abschiedsspiel. Und noch andere Dinge. Weiß Rudi Völler:

Nach dem Abschiedsspiel von Bernd Schneider, als er hier gefeiert wurde, wusste Michael, dass ihn die Menschen mit offenen Armen empfangen. Diese Euphorie, dann das tolle neue Stadion und die junge Mannschaft, das gab in den Gesprächen mit Jupp Heynckes, Wolfgang Holzhäuser und mir den Ausschlag.

Donnerstag, Juli 15

Die Angst des Golfers vor dem Abschlag - gibt es die?

Vor dem Turnier offensichtlich schon, meint Marcel Siem:

Wenn du gut spielst, ist es einfach geil. Dann bist du in Bali oder Dubai in den tollsten Hotels und dir geht es super. Aber wenn du schlecht spielst, dann nervt es richtig. Weil dann fliegst du Economy und denkst schon im Flugzeug die ganze Zeit: 'Ich muss gut spielen, ich muss gut spielen, ich wohne in einem miesen Hotel, ich muss gut spielen.' (lacht) Das macht keinen Spaß. Aber wie gesagt: Wenn es läuft, gibt es keinen schöneren Job als Golfprofi.

Montag, Juli 12

Was wissen Sie nicht, Herr Tuchel?

Mit erfrischender Selbstkritik hat sich mal wieder der andere Sensationstrainer der 47. Fußball-Bundesligasaison, Thomas Tuchel (1. FSV Mainz 05), hervorgetan:

[...] ich finde es schon immer etwas gefährlich, dass wir Europäer uns für den Nabel der Fußballwelt halten und unsere Champions-League immer so erhöhen zum Non-plus-Ultra. Ich persönlich nehme mich da mit rein: Ich weiß extrem wenig über den Vereinsfußball in Südamerika und ich weiß sehr wenig über Asien, die ja beide auch eigene Champions-League-Wettbewerbe spielen und dann im Weltpokal zeigen, dass sie absolut konkurrenzfähig sind. Ich habe großen Respekt vor der Art, wie vor allem die Südamerikaner spielen. Die argentinische, uruguayische oder brasilianische Spielweise spiegeln immer auch die Kultur des jeweiligen Landes wieder. Ich würde gerne mal in so einem Land arbeiten und Verständnis gewinnen für deren Spiel. Ich war vor allem auch begeistert von den ersten Spielen der Chilenen und dachte, dass sie die Spanier früh nach Hause schicken.

Sonntag, Juli 11

Warum Dirk Nowitzki für seine Entscheidung keine "Decision" braucht?

Kurz und knapp:

Diese Art und Weise finde ich fragwürdig.

Wie erlebt ein Schriftsteller die Fußball-WM?

Detailliert, hautnah, kenntnisreich. Ivan Vladislavic, 1957 in Pretoria geboren, beschreibt das Turnier so:

Erst mal möchte ich loswerden: Diese WM ist ein überwältigender Erfolg für unser Land. Sie ist wie ein Urlaub von der Realität, vom richtigen Leben. Sie zeigt, dass wir zusammenhalten und an einem Strang ziehen können. Ich hoffe wirklich, dass dieser Effekt noch wenigstens ein paar Monate anhalten und Johannesburg zu einem freundlicheren Ort mit mehr öffentlichem Raum machen wird.

[Konkret] hat uns die WM eine Verbesserung der Infrastruktur gebracht: das funktionierende Reya-Vaya-Bussystem und den Gautrain, einen Zug, der die Stadt mit dem Flughafen verbindet.

Fußball: wird Spanien seinen EM-Titel verteidigen?

Ja, und Fredi Bobic erklärt unfreiwillig warum:

Doch nicht nur bei der Fülle der Ausnahmespieler sind uns die Spanier noch einen Tick voraus. Sie sind eingespielt, kontrollieren den Gegner und beherrschen das Gegenpressing. Alle Spieler arbeiten bei Ballverlust mit, selbst Stürmer Villa macht unglaubliche Wege. Diese Spielweise erfordert ein hohes Maß an Spielverständnis und Laufbereitschaft bei allen Akteuren. Dies trägt dazu bei, dass die Spanier so wenig Chancen zulassen. Sie haben erst ein Gegentor kassiert – das spricht für sich. Für mich sind sie am Sonntag Favorit und mit ihrer Spielweise auch Musterbeispiel für alle anderen Teams.

In Zukunft Küchenhilfe oder Manager, Herr Bierhoff?

Beides. Der Manager der DFB-Auswahl unterscheidet hier nicht:

Ich weiß es selbst nicht. Es fällt mir derzeit schwer, das Gefühl dafür zu entwickeln, ob ich weitermachen will. Es ist viel passiert, ich habe mir mein Bild gemacht. Die Arbeit und das gegenseitige Vertrauen in unserem Team der Nationalmannschaft ist unheimlich aufbauend. Aber ich bin mir im Klaren, dass ich auf meiner Position als Manager auch der Prellbock bin. Auf mich wirken viele Interessen ein, ich bin vielen Konflikten ausgesetzt und muss oft für unsere Vorstellungen und Ziele den Kopf hinhalten. Der frühere DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hat mal treffend gesagt: Wenn du die Hitze nicht aushältst, darfst du nicht Koch werden. Ich muss überlegen, ob ich weiter in der Küche stehen will.

Warum die Niederlande?

Das weiß Ronald de Boer, der die Qualitäten des überraschenden WM-Finalisten so beschreibt:

Es ist eine unglaublich kompakte, solide Mannschaft. Sie ist nicht zu überraschen. Es ist völlig ausgeschlossen, dass diese Mannschaft drei zu null oder vier zu null verliert. Wir haben neben den vier Abwehrleuten mit Mark van Bommel und Nigel de Jong zwei defensive Mittelfeldspieler, die weniger kreativ sind als Spaniens Xavi, Iniesta oder auch Alonso. Van Bommel und de Jong können zwar auch Pässe schlagen. Aber ihre Hauptaufgabe ist es, den gegnerischen Angriff zum Einsturz zu bringen.

Sonntag, Juli 4

Wie schlägt sich Angela Merkel in einem Township?

Gut. Das weiß Per Mertesacker, der kurz nach dem 4:0 gegen Argentinien Besuch von der Bundeskanzlerin erhielt:

Die Kanzlerin wollte uns ein paar Punkte sagen. Dass sie schwer begeistert gewesen ist von unserem Spiel. Sie hat uns erzählt von ihrem Besuch vor dem Spiel in einem Township. Dort hatte sie viele Kinder getroffen, die ihr alle gesagt haben, dass Argentinien das Spiel gewinnen wird, wegen Messi! Sie hat den Kindern darauf geantwortet, dass sie für Deutschland ist. Und das zu Recht und mit Stolz, wie sie uns sagte, weil wir als eine tolle Mannschaft aufgetreten sind.

Mit Harmonie zum WM-Titel?

Ja, denn beim Vergleich mit anderen Fußballmannschaften braucht sich die DFB-Auswahl nicht zu verstecken - Philipp Lahm:

Andere Mannschaften haben auch sehr gute Spieler. Aber bei uns stimmt die Mischung aus Offensive und Defensive. Wenn wir den Ball durch die erste Abwehrreihe des Gegners bekommen, haben wir fünf Spieler, mit denen wir dann in Überzahlsituationen kommen. Das passt derzeit perfekt. Und im Gegenzug verteidigen die Stürmer mit, gehen die Außenverteidiger mit nach vorne. Es harmoniert sehr gut.

Samstag, Juli 3

Neoballacks + Elftal = WM-Finale 2010?

Ja, wenn man dem Interview mit Michael Skibbe folgt:

In der Tat hat man bei sehr vielen Teams eine große taktische Disziplin gesehen – die aber bei europäischen Mannschaften wie Deutschland oder Holland ausgeprägter ist, als bei den Südamerikanern. Die beiden Viertelfinals der Deutschen und der Holländer haben gezeigt, dass man die individuell starken Spieler aus Argentinien und Brasilien total im Griff hatte, sobald man einmal in Führung gegangen war. Sowohl Deutsche als auch Holländer haben ihr Spiel dann souverän über die Bühne geschaukelt. Als frühes Fazit kann man also jetzt schon festhalten, dass mannschaftliche Geschlossenheit und taktische Disziplin in vielen Fällen individuelle Klasse geschlagen hat.

Was unterscheidet einen sehr guten von einem guten Basketballer?

Blake Griffin, der seine erste Saison unfreiwillig verpasst hat, ist nichtsdestotrotz mit offenen Augen durch die NBA-Stadien gegangen, und findet am Spielverhalten der Ballprofis bemerkenswert:

Just the way guys get to their spots. A lot of guys have their favorite spots on the floor. They catch the ball and have their go-to moves. I think the best guys in this league are the guys that have a move that has been perfected. There is not a whole lot of guys that have all of these different moves besides Kobe Bryant. There are guys that are good at one, two, or three moves. The more you have obviously the better. I think it is all about finding out what you do best and then being able to do the other things at a high level.

Auf welcher Bank sitzt Joachim Löw am 11.08.2010?

Offensichtlich auf keiner Kopenhagener Bank. In einem Spiegel-Interview redet der Bundes- dem Fußballtrainer das Wort:

Als Vereinstrainer kann ich über einen langen Zeitraum mit einer Mannschaft und auch individuell mit jedem einzelnen Spieler arbeiten. [...] Die tägliche Arbeit mit den Spielern ist ein enormer Vorteil. Es ist deshalb auch schwieriger, Nationalmannschaften auf ein konstant hohes Niveau zu bringen als den FC Barcelona oder Bayern München. [...] Bei Turnieren oder Qualifikationsspielen ist der Druck dagegen sogar noch größer als in einem Club. [...] Als Trainer sollte man nicht alles dem tagtäglichen Erfolg unterordnen, sondern seine Vorstellungen konsequent verfolgen. Auch wenn der Erfolg mal auf sich warten lässt.

Wer ist zweitbester Spieler der Cleveland Cavaliers?

Niemand. Behauptet Charles Barkley:

Look at it realistically, who’s the second-best player on the Cavaliers right now? I always tell people – when people ask what I think of their team – the first question I ask them is, ‘Who’s your best player?’ And if they don’t know the answer within two seconds, their team isn’t any good. Like right now [with the Cavaliers], it’s (Antawn) Jamison, Mo Williams, (Anderson) Varejao, and Delonte West. They’re all good players, but there’s no best player.

Das Spiel ohne Ball führt zu besserem Fußball?

Ja, meint auch Joachim Löw:

Bei vielen Spielern ist das Spiel ohne Ball besser geworden. Bei einigen hatte ich noch während der Saison gesehen, dass sie zwar technisch gut drauf sind, aber die Aktion schon beendet wurde, wenn der Ball den Fuß verließ. Wir haben das in unzähligen Trainingseinheiten immer wieder geübt. Spielen ohne Ball, mit Tempo gehen, Ballmitnahme in die richtige Richtung – nach vorne und nicht nach hinten. Das sind elementare Dinge in der Offensive. Hier ist eine ganz klare Verbesserung eingetreten. Und man spürt das steigende Zutrauen der Spieler in diese Fähigkeiten.

Ist Twitter größer als New York?

Ja. David Falk, ehemaliger Spieleragent Michael Jordans, zur Spekulation, dass der amtierende MVP LeBron James bei den New York Knicks vor allem deshalb unterschreiben wird, um sich besser vermarkten zu können:

As big as New York is, this is not ’96 anymore. Twitter, Facebook and all of the social media I think you can be on Neptune and be a brand if your name was LeBron James. (Host: So New York offers nothing?) I didn’t say that. New York offers New York. I think it is a really nice place but I don’t think the marketing advantages like you had ten or fifteen years ago area as relevant as today.

Trainer, Anführer, Lichtgestalt - wer ist Diego Maradona?

Von allem etwas, sagt Günter Netzer:

Ich halte ihn nicht für einen so großen Trainer wie diejenigen, die in Europas Spitzenmannschaften tätig sind. Er ist kein Mourinho. Er ist kein Wenger. Er ist kein van Gaal. Denen kann er das Wasser nicht reichen. Aber er regelt es auf andere Weise. Wie er das macht, ist egal. Er macht es jedenfalls. Diese Mannschaft glaubt ihm alles. Er ist wie der Franz - eine Lichtgestalt. Die Heldenverehrung in Südamerika ist noch viel stärker, als wir uns das vorstellen können. Er wird unglaublich verehrt, trotz der ganzen Dinge, die er getrieben hat. Er ist der Held dieser Mannschaft, und die Spieler verehren ihn, wie sie niemanden je verehrt haben - und sie sind bereit, für ihr Land übermäßig viel zu tun. Aber sie tun das auch dem Trainer zuliebe. Man sieht das selbst bei den Leuten, die er nicht aufstellt. Milito nicht aufzustellen ist schon eine Nummer. Aber er fällt ihm nach einem Tor immer um den Hals. Das ist großartig.